Katholischer Frauenbund Neuötting

miteinander - füreinander



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Jubiläumsgedicht von Verena Asenkerschbaumer

100 Jahre Frauenbund – und oiwei geht’s no richtig rund

Mia feiern heid, dass uns scho gibt,
100 Jahr – a seechas Glück.
Doch dass des so is, hängt ned nur mit`m Glück grad zam,
sondern weil mia oiwei - fleißige, engagierte Frauen ham.
100 Jahr – a lange Zeit,
davo zum erzähl’n – des dauert fei heid.
Doch i war so brav und hab‘s probiert
Und de vuin Jahr a weng komprimiert. 
I hoff i habs higriagt und mi bei de Fakten ned recht vado, ansonsten hoff i - Ihr sads gnädig und entschuldigts des scho.


So a Verein, lauft ned vo alloa,
es gibt oiwei ebs für a Jede zum Doa.
Vui meng jetzt sang, was soi scho sei,
beim Frauenbund foit mia oiwei des Gleiche ei.
Kaffeklatsch und Kuacha bacha,
Frauenratsch, an Ausflug macha.
Was is da scho recht groß dabei,
de duad hoid was gern duad -  de Weiberei.
Doch dass dahinter vui mehra steckt,
ham vui Leid no ned entdeckt.


Zu Beginn, wia is anders zu erwarten,
kimm i erst amoi mit a paar Zahlen und Daten.
Im Januar 1922 is es passiert,
da hat der Statdtpfarrer Brunner insistiert,
a Mütterverein für Neiäding dad a guade Sach sei,
und innerhalb vo drei Tag waren scho 227 Frauen mit dabei.


Am letzten Samstag im Februar is dann g’scheng,
da is de erste Vorstandschaftswahl im Stiegler Haus-Saal g’wen.
Zur 1. Vorsitzenden war de Josefine Kreuzberger ernannt
und ois Präses is natürlich der Pfarrer Brunner bekannt.
Da christliche Mütterverein war somit gegründ’t
und ma hod glei moi a paar Punkte bestimmt.
An jedem 3. Sonntag im Monat war a Treffen o’gsagt,
zur gemeinsamen Kommunion und anschließendem Vortrag.


Kaum gegründet und scho caritativ dabei,
kleidet da Verein z’Ostern  ’22 de Erstkomunikanten ei.
16 Buam und 17 Madln
ham dank de Frauen g’strahlt vom Scheitl bis zu de Wadln.
Durch zahlreiche Spenden hod mas a g’schafft
und hod für 1,2 Mio. Mark a Vereinsfahne kauft.
Ois Motiv hams a Buidl vo da Hl. Mutter Anna gnumma,
und am 24.9.23 war Fahnenweihe durch’n Präses Brunner.


Durch de „neuzeitlichen Pflichten der Frauenwelt und den Gang der Zeit“,
war’s im Juli 1929 soweit,
da wurde der christliche Frauen- und Mütterverein dann umbenannt
und is seither als Katholischer Frauenbund allen bekannt.


Viele Veranstaltungen ham de Frauen organisiert,
Weihnachtsfeiern, Frauenkonferenz, und bei zahlreiche Vorträge ihre Mitglieder informiert.
Unter anderem, wohl bedacht,
wia ma Obst und Gmias lang haltbar macht.

Aber a über de staatsbürgerlichen Pflichten der Frau in der aktuellen Zeit
wussten de Damen, Dank verschiedener Vorträge, guad bescheid.
Ma hod g’merkt, dass des de Frauen gfoit,
und im September ’31 -  328 Mitglieder zoit.

Doch mit’m Kriag is  für’n Frauenbund a harte Zeit kumma.
Ma hod de Leid damois so vui gnumma.
Öffentliche Unterhaltungen und Treffen waren untersagt,
und so hod ma nimma vui Kontakte g’habt.
So weit möglich hams de Frauen no g’nützt
und ham de Armen, Kranken und Kinder mit Goid und Lebensmittel unterstützt.
Durch de Kriagsjahr war as Vereinsleb’n ausbremst
und a jede Familie hod mitm Leid und am Kriag sich durchekämpft.

Aber a de schwaare Zeit is ummeganga und ma hod wieder nei o’gfanga.

Der Frauenbund hod sich auf d’Fiaß wieder bracht
und hod a große Sammlung in Kirchen und Häuser g’macht.
Für de ärmsten Kriegsversehrten hams se sich aufg‘stemmt
und insgesamt 12.000 Reichsmark g’spennt.

Nach de harten Jahr is wieder aufwärts ganga
as Vereinsleben hod wieder nei zum Bliahn o’gfanga.
Am 1. Mai 1960 wars soweit,
da hod der Stadtpfarrer beim feierlichen Hochamt unser neue Standarte g’weiht.
Mehrtägige Ausflüge hod ma wieder arrangiert
Und am 3. März ’72 den 1. Weltgebetstag der Frauen organisiert.

De junge Frauenbundgruppe um d’Ase Rosi und Linderer Martha is in de 80er Jahr aufkumma.
De hod sich vor allem um de jungen Mütter o’gnumma.
Ob Nähkurs, Kochkurs, Bastelstunden,
Familienausflüge oder Gesprächsrunden,
Kinoabend oder a Paddeltour auf’m Inn
Vui Ideen hods g’habt as junge Frauenbund Team.

A für de Kirchengemeinde hod ma sich scho oft engagiert.
Nur oa Beispiel gnumma, hamma 1998, 5000.-Mark für  d‘Pfarrkirchenrenovierung spendiert.

Ned nur auf caritativer Ebene san de Frauenbund - Frauen stets interessiert,
sondern so manche is a in der Frauenunion politisch engagiert.
Sie informier’n sich, red’n mit und wissen bescheid,
setzen sich ei für de Belange der Frau in der heidigen Zeit.

Wia ma segt unser Frauenbund hods drauf
Und is amoi schwaar, mia geb’n nia auf.
Egal ob Typhusepidemie oder Coronawelle,
de Frauen hoitn zam ganz unbürokratisch und oft auf die Schnelle.
Und so is der Verein Jahr um Jahr
füranand und a Andere da.
Huift immer da wo’s nötig is -
Unterstützung is ganz g’wieß.
Und damit ma segt, dass bei uns ned bloß an Kaffeeratsch gibt,
zoi i amoi a bissl auf, was sonst so bei uns war bisher recht beliebt.

Theaterfahrten, Starkbierprob‘ oder Kinderferienprogramm,
Zumbakurs oder Walking mit da Irmi am Inndamm entlang,
Frühlingsabend, Tanz in den Mai,
beim Duitauszug san mia freilich dabei.

Christkindlweisat, Weiberfasching, Wellnesswochenende,
a offene Kreativgruppe gibt’s a - für fleißige Hände.
Beim Palmbuschen- oder Kräuterstreißal binden,
san mia meistens bei der Brucke Martha zum finden.

Es gab no vui mehra zum vazoin,
doch bevor mia de Leid dann ins Koma foin.
Kimm i jetzt aber moi schee langsam zum Schluß,
weils ja ned immer so lang wia in da Kircha sei muaß.


Doch vorher mecht I no Danke sang,
an de vielen, tollen Frauen, de mia im Verein dabei ham.
Allen voran, dank i de ganzen Vorsitzenden - de’s bisher waren und dene vo heid,
so engagierte Frauen, de vorn dro steh’n san wichtig – zu jeder Zeit.


Dass ned leicht is ebban für so an Posten zum finden,
sigt ma, weil immer mehra Frauenbünde zwengs sowas verschwinden.


Umso mehra gfreits uns zum seng,
dass sich bei uns de Frauen no gern eibringa meng.
Zam mit de Vorstands-Damen leiten sie den Verein,
ohne euern Einsatz kannt der Frauenbund ned sein.
Doch ned nur de Vorstandschaft is des was an Verein ausmacht,
ohne unsere ganzen Mitglieder hätt ma so manches gar ned g’schafft. 


A jeder Verein is nur so guad,
wia a Jede ebse dafür duad.
Dass des bei uns passt des segt ma glei,
ob oid oda jung, bei uns is ma guad dabei.


A wenn’s moi ned rund lauft – vielleicht amoi hacket,
ma kummt wieder zam, a wenn’s amoi fagget.
Vergelt‘s Gott für’s dabei, sei für’s hoifa, für’s doa,
midanand pack ma gwieß no -  de nächsten hundert Joahr.


Drum lassts uns heid feiern, dass uns gibt und dass ma uns ham,
lassts es eich guad geh und hockts no recht gmiatlich zam.





 

Ausstellungseröffnung „Boden schätzen – Boden schützen“
Am Dienstag Abend wurde die zweite Ausstellung „Boden schätzen – Boden schützen“ im Rahmen des 100jährigen Bestehens des Kath. Frauenbundes Neuötting im Lichthof des Rathauses eröffnet. Die musikalische Umrahmung übernahm Ingrid Weißl mit Saxophon und Akkordeon.
Evi Eichberger vom Frauenbund freute sich, dass dieses Mal eine Ausstellungseröffnung mit Rednern und Stehempfang möglich war. Die erste Ausstellungseröffnung „Wasser – ein kostbares Gut“ im November konnte ja wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant stattfinden. Sie dankte Herrn Bürgermeister Peter Haugeneder dafür, dass die Ausstellungen im Lichthof des Rathauses durchgeführt werden können. Mit diesen beiden Ausstellungen möchte der Frauenbund auf die Bedeutung dieser Recourcen aufmerksam machen. Ohne diese Voraussetzungen können wir nicht existieren. Darum ist dem Frauenbund der Schutz von Wasser und Boden ein wirklich großes Anliegen.
Bürgermeister Peter Haugeneder wies in seiner Ansprache darauf hin, dass es für die Stadt nicht immer leicht ist, Ökologie und Ökonomie unter einen Hut zu bringen – schließlich bedeuten Gewerbegebiete auch Steuereinnahmen.
Der geistliche Beirat des Frauenbundes, Dekan und Stadtpfarrer Heribert Schauer gab den Anwesenden zu bedenken, dass wir die Erde vom Schöpfer nur geliehen bekommen haben und wir sorgsam damit umzugehen haben.
Marianne Speckbacher vom Dekanat meinte, dass der Boden auch eine generationenübergreifende Bedeutung hat. Wir haben Grund und Boden von unseren Eltern vererbt bekommen und wir wiederum geben Boden an unsere Kinder weiter. Wir müssen schauen, dass wir die Böden möglichst intakt halten, damit die Zukunft unserer Nahrungsmittelversorgung gesichert ist. In der Landwirtschaft hat ja schon ein Umdenken eingesetzt: es wird mit umweltgerechtem Pflanzenschutz gearbeitet und auch bodenschonende Anbaumethoden werden gefördert.
In Deutschland steigt die Siedlungs- u. Verkehrsdichte kontinuierlich an – allein in Bayern wird täglich eine Fläche von 12 ha versiegelt führte Maria Stemmer vom Bayerischen Bauernverband aus. Damit gehen wichtige Bodenfunktionen wie Wasserspeicherung oder Klimaregulation unwiederbringlich verloren. Mit Meterstäben legte sie einen Quadratmeter Boden aus – auf einem Quadratmeter Boden wachsen z. B. Weizen für 750 g Mehl oder Gerste für ein kleines Fläschchen Bier. Jeder kann durch das eigene Handeln Boden gut machen, z. B. beim Einkauf (regional, saisonal und ökologisch) und heimische Erzeuger unterstützen. Beim Hausbau darauf achten, dass auch noch genügend Grünfläche bleibt, nicht alles mit Pflaster versiegeln. Im Garten auf chemischen Pflanzenschutz verzichten und die Artenvielfalt durch naturnahe Gartengestaltung fördern.
Evi Eichberger bedankte sich bei allen Rednern für ihre interessanten Ausführungen. Das Thema Boden wurde dadurch von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachtet. Musikerin Ingrid Weißl erhielt zum Dank ein Flascherl Eierlikör vom Bruckmeier-Ladl. Anschließend luden die Frauenbund-Frauen noch zum Stehempfang mit Sekt und Häppchen.
Die Ausstellung „Boden schätzen – Boden schützen“ ist noch bis Mitte April zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen.
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Gemeinsam Wege und Hürden bestritten

Gottesdienst zum 100-jährigen Bestehen des Frauenbundes – Texte und Fürbitten der Mitglieder


Den Gottesdienst feierte die gesamte Vorstandschaft mit Stadtpfarrer Heribert Schauer und der Ehrenvorsitzenden Hilda Bauer (mittig sitzend).


Neuötting.

 „Unterwegs in und mit der Gemeinschaft des Frauenbundes“, so titelten die Mitglieder des Katholischen Frauenbundes Neuötting den Festgottesdienst am Samstagabend in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus.

Mit diesem Gottesdienst starteten sie in das Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen des Vereins katholisch und ökumenisch engagierter Frauen in der Innstadt (der Anzeiger berichtete).

Stadtpfarrer Heribert Schauer zelebrierte den Jubiläumsgottesdienst, der mit dem 22. Januar auf den tatsächlichen Gründungstag des Vorgängervereins vor 100 Jahren fiel. Schauer brachte in den Gottesdienst unter anderem den Freiheitsgedanken des Frauenbundes ein. 

Freiheit auf die Rolle der Frau bezogen, aber auch Freiheit in der Entscheidungsfindung eines jeden einzelnen. Zurückblickend stellte er fest, es habe sich viel getan. Etwa die Möglichkeit, dass sich Frauen in der Kirche engagieren können – und dabei gebe es noch „Luft nach oben“.

Jeder Pfarrer dürfte über die Impulse, die da kommen, froh sein.„ Unser Auftrag sollte sein, dass Freiheit mehr Gewicht bekommt. Bringt Euch weiterhin ein, auch, wenn Gegenwind kommt“, forderte er die Frauen auf.

Aus aktuellem Anlass ging Schauer auch auf die derzeitigen Missbrauchsvorwürfe im kirchlichen Bereich ein. „Wer ein Kind missbraucht, foltert die Seele eines Menschen, und man könnte den Glauben verlieren, wenn so viele schreckliche Dinge in Räumen der Kirche geschehen“, waren seineWorte hierzu, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass sich Schuldige dazu bekennen und um

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen der Frauenbundchor und dessen Musikerinnen.



Opfern geholfen werden muss und so etwas nie wieder geschehen darf.

In selbst verfassten Texten und Fürbitten gingen die Mitglieder des Frauenbundes in Gestalt von Martha Bruckmeier, Christa Koblbauer, Evi Eichberger und Karin Bartinger auf den gemeinsamen Weg mit dem Verein und dessen Belange ein. Man gehe viele Wege: Im Haus, zum Einkaufen, zur Arbeit – manche allein, manche gemeinsam. Aber diese Wege bringen Menschen zusammen. 

Manche Wege sind vertraut, wie liebgewordene Traditionen, die Sicherheit geben und eine Gemeinschaft bilden, die Verlässlichkeit beweist. Manches Mal überraschten aber auch Kurven, wie im Dritten Reich, als der Frauenbund verboten war. Auch jetzt würde eine „Kurve“ das Ziel aus den Augen verlieren lassen. Doch Kurven tragen dazu bei, aufmerksam auf dem Weg zu bleiben und die Orientierung zu überprüfen.

Wegstücke, die Kraft und langem Atem forderten, zeigen die Wichtigkeit auf, sich gegenseitig zu stützen. Diese Botschaften übermittelten ihre Worte, zuzüglich der Bitten um Gottes Beistand für die Verantwortlichen im Frauenbund und dessen Arbeit. 

Musikalisch gestaltete der Frauenbundchor den Gottesdienst unter Leitung von Elisabeth Hermann am Klavier mit Anna-Theresa Buxbaum, Geige und Sophia Heuwieser, Cello – Tochter und Enkelinnen der Frauenbund-Ehrenvorsitzenden Hilda Bauer. Mit überwiegend Taizé- und Lebensliedern, wie etwa „Zur Mitte kommen“ von Kathi Stimmer-Salzeder, schufen sie eine sowohl anregende wie auch meditative Stimmung.

Bericht und Fotos: Petra Kähsmann vom pnp